Historie 857

Das Boot wurde 1958, also als die Klasse schon fast ausgestorben war, zusammen mit zwei gleichartigen in Emden privat gebaut. Zunächst in Aurich beheimatet, verblieb sie bis 1986 in Familienbesitz an der Schlei.
Als Vorlage diente die nie realisierte 15er Einheitsrennjolle (der Riß war von Drewitz, vermute ich), der auf die Maße 7,2 * 1,7 m vergrößert wurde. Für eine M ist sie also schon recht groß.
Sie ist in 10-12mm Khaya auf Eiche mit Mahagonideck gebaut und dadurch verhältnismäßig schwer, allerdings (bis auf den Kiel) von recht solider Substanz, ganz im Gegensatz zu den häufig aus 8mm Zeder gebauten Booten der Hochzeit in den 30ern, die oft nur wenige Jahre hielten.
Dieses Boot habe ich Ende 1989 in Pinneberg gefunden. Ich segelte & pflegte damals noch einen 1950er A&R Piraten, den ich weitestgehend in Originalzustand zurückversetzt hatte, und war nicht wirklich auf der Suche nach einem anderen Boot. Allerdings hatten mich die nationalen Rennjollenklassen schon länger fasziniert.
Auch für mich war die Entscheidung bei der ersten Besichtigung schnell gefallen, wenn auch mit einigem Schmerz angesichts des knappen Budgets eines jungen Studenten. Zum Glück konnte ich aufgrund des guten Zustands gleich im kommenden Frühjahr segeln und habe die folgenden Winter damit verbracht, das Boot sowohl optisch als auch technisch aufzuwerten. So verfügt es jetzt über einen neuen Holzmast (hochgetakelt) nachdem der ursprüngliche altersschwach war, Lattengroß, Trapez, Gennaker, Aluschwert etc. Das Boot ist häufig auf Vereins- und Yardstickregatten gesegelt worden (u.a. Alster Classics und Hochschulmeisterschaften) und war dabei von der Ostsee bis zum Bodensee unterwegs, immer mit viel Aufmerksamkeit da solche Boote wirklich selten sind.
Aufgrund einiger Spantenbrüche wegen der sehr intensiven Nutzung und einem angegriffenen Kiel mußte ich mich 1998 zu einer recht grundlegenden Überholung entscheiden, die bislang noch nicht zum Abschluß gekommen ist.